Derzeitige Regelung

Airbnb: “Wir arbeiten an dem gleichen Ziel – Berliner Wohnungen für Berliner Bürger sichern”

Von Alexander Schwarz – General Manager Deutschland:

Quer durch Berlin – von Pankow bis Neukölln, von Friedrichshain nach Reinickendorf, von Steglitz bis Köpenick  – bringen Airbnb-Gastgeber unzählige Vorteile für ihre Kieze, indem sie ihr Zuhause und ihre Heimatstadt mit Gästen teilen.

Die Auslegung des Berliner Zweckentfremdungsverbot-Gesetzes und dessen Anwendungsbereich durch einige Politiker, insbesondere von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, hat für Verwirrung und Unsicherheit bei den Berliner Bürgerinnen und Bürgern gesorgt. Obwohl viele Airbnb-Gastgeber auch künftig ihre Unterkunft anbieten dürfen, haben die Aussagen des Berliner Senats in den letzten Wochen für weitere Unklarheiten gesorgt.

Ich denke die Ansichten von Airbnb und dem Berliner Senat sind nicht so verschieden wie sie häufig beschrieben werden. Wir arbeiten beide an dem gleichen Ziel: den Berliner Wohnungsmarkt für Berliner Bürger zu sichern. Deshalb ist es mir wichtig etwas klarzustellen: Die überwiegende Mehrheit der Airbnb-Gastgeber in Berlin vermietet ihr eigenes Zuhause, in dem sie selbst leben. Dieser Wohnraum wird dem Wohnungsmarkt daher nicht entzogen und kann folglich dem Wohnungsmarkt auch nicht wieder zugeführt werden- egal ob es sich um ein einzelnes Zimmer oder eine ganze Unterkunft handelt. Aus diesem Grund sollte Home Sharing auch nicht in den Anwendungsbereich des Zweckentfremdungsverbot-Gesetzes fallen, da ein Verbot von Home Sharing nicht der Verwirklichung der Ziele des Gesetzes dient.

Zahlreiche unabhängige Experten und Gutacher, Politiker und viele Berliner Bürgerinnen und Bürger haben ihre Bedenken gegenüber dem Gesetz sowie den negativen Auswirkungen auf die Berliner Anwohner deutlich gemacht. In diesem Zusammenhang habe ich zwei Fragen an Herrn Senator Geisel:

  1. Wie kann Home Sharing – also das Teilen des eigenen Zuhauses, sei es ein einzelnes Zimmer oder die ganze Wohnung, wenn der Gastgeber nicht Zuhause ist  – unter das Zweckentfremdungsverbot-Gesetz fallen, wenn hierdurch nachweislich dem Wohnungsmarkt keinerlei Wohnraum entzogen wird?
  2. Und kann nach Ihrer Auffassung die Verfolgung von Berliner Bürgern, die gelegentlich ihr Zuhause mit Gästen teilen, um ihre Rechnungen zahlen zu können, tatsächlich dazu beitragen, dass dem Berliner Wohnungsmarkt zusätzlicher Wohnraum zugeführt wird?

 

Airbnb-Gastgeber sind ganz normale Berliner die ihr eigenes Zuhause mit Gästen teilen, um sich das Leben in Berlin leisten zu können.

Zwei junge Uni-Absolventen, die ihre Miete nicht mehr bezahlen konnten, bliesen Luftmatratzen auf und empfingen Übernachtungsgäste in ihrem Wohnzimmer – so entstand Airbnb. Heute machen tausende Berliner das gleiche: sie vermieten gelegentlich ihr eigenes Zuhause, um sich das Leben in der Stadt, die sie lieben, leisten zu können.

Unsere neuesten Zahlen zeigen, dass ein typischer Berliner Airbnb-Gastgeber im Jahr 2015 insgesamt 1.800€ verdient hat und dieses Geld dafür genutzt hat, um laufende Rechnungen zu bezahlen.  Airbnb-Gastgeber ziehen neue und andere Gäste an, die Berlin durch die Augen ihrer Gastgeber erleben wollen und so Vorteile für lokale Kieze und für Geschäfte in diesen Kiezen bringen.

Um weitere Transparenz zu schaffen, veröffentlichen wir heute erneut Daten über die Berliner Airbnb-Gastgeber. Diese Daten belegen erneut, dass Airbnb-Gastgeber tatsächlich ihr eigenes Zuhause mit Gästen teilen. Die Daten zeigen auch, dass die Berliner Airbnb-Gastgeber ganz normale Leute sind. Die überwiegende Mehrheit vermietet ihren Erstwohnsitz, hat nur ein einziges Inserat auf Airbnb eingestellt und teilt ihr Zuhause für weniger als 90 Tage im Jahr.

Ausserdem belegen unsere Daten, dass sich Airbnb-Gastgeber, Gäste und Unterkünfte immer mehr außerhalb der typischen Touristen Hotspots befinden – eben in den Kiezen, die Berliner ihr Zuhause nennen. Das zeigt uns, dass Airbnb-Unterkünfte anders als andere Unterkunftsarten in Berlin sind und den Berlinern dabei helfen, ihre Rechnungen zu bezahlen. Es zeigt zudem, dass Gäste, die über Airbnb nach Berlin reisen, eine authentische und lokale Erfahrung in einem Zuhause suchen – das ist es, was das Reisen über Airbnb ausmacht.

Gastgeber teilen ihr Zuhause, um sich das Leben in Berlin leisten zu können. Dabei ist es egal, ob sie ein freies Zimmer oder ihre ganze Wohnung anbieten, wenn sie verreist sind. Sie nehmen keine Wohnungen vom Wohnungsmarkt und zweckentfremden folglich auch nicht ihr Zuhause.

 

Das Zweckenfremdungsverbot-Gesetz ist unfair und verwirrend für die Berliner Bürgerinnen und Bürger

Wir teilen die Auffassung des Berliner Senats, dass es genügend Wohnungen für die Berliner Anwohner geben muss und wir wenden uns klar gegen von der Stadt unerwünschte kommerzielle Betreiber.  Diverse unabhängie Experten bestätigen auch, dass viele der Einflussfaktoren auf den Berliner Wohnungsmarkt schon vor Airbnb existierten und wir hören regelmäßig Geschichten von unseren Gastgebern, die auf das Home Sharing angewiesen sind, um in ihren Wohnungen bleiben zu können und wie Ihnen das zusätzliche Einkommen dabei hilft, ihre Miete zu zahlen. So wie die Rentnerin Gesine, die auf das zusätzliche Einkommen angewiesen ist, um in ihrer Wohnung bleiben zu können und nicht dem Staat zur Last fallen zu müssen. Oder Katrin, die sich als Freiberuflerin etwas damit dazuverdient, mit ihrer Familie Gäste bei sich Zuhause zu empfangen.

Viele Berliner Bürger haben sich den Airbnb-Gastgebern angeschlossen und fordern klare und einfach zu verstehende Regeln, die zwischen gelegentlichen Home Sharern und professionellen, kommerziellen Gastgewerben unterscheiden – so wie es sie in einer Vielzahl anderer Europäischer Metropolen schon gibt.

Wir verstehen, dass die Berliner Entscheidungsträger Fortschritte zur Entlastung des Berliner Wohnungsmarktes präsentieren wollen und müssen – vor allem wenn Wahlen vor der Tür stehen. Aber anstatt Berliner Wohnungen für Berliner Anwohner zugänglich zu machen, riskiert man durch die aktuellen Regelungen einen gegenteiligen Effekt. So ist zu befürchten, dass die vielen tausend Berliner, die ihr eigenes Zuhause teilen, einen für sie so bedeutenden Zusatzverdienst verwehrt bekommen und sie sich so ein Leben in Berlin nicht mehr leisten können.

 

Gemeinsam sind wir stärker. Zusammenarbeit ist gut für Berlin.

Wir arbeiten als Partner mit Regierungen auf der ganzen Welt an fortschrittlichen Regelungen, um es den Einwohnern einfacher zu machen, ihr Zuhause mit Gästen zu teilen. Darunter sind Großstädte wie Amsterdam, London, Mailand und Lissabon, die klare und einfach zu verstehende Regeln für das Home-Sharing entwickelt haben und wir sind im kooperativen, partnerschaftlichen Austausch, um diese Regeln zu unterstützen.

Wir arbeiten mit den politischen Entscheidungsträgern daran, unseren Verpflichtungen aus dem Airbnb Community Compact  – unser Versprechen wie wir mit Städten zusammenarbeiten wollen – nachzukommen und eine verantwortungsvolle und offene Community für Home-Sharing aufzubauen. Wir sind sicherlich nicht perfekt, aber wir lernen jeden Tag dazu. Wir möchten mit Berlin zusammenarbeiten, um Berliner Home Sharer zu unterstützen, Gäste auch Kieze außerhalb des Stadtkerns entdecken zu lassen.

Unsere Gastgeber möchten die Regeln in Berlin befolgen, aber die aktuelle Situation ist für alle Beteiligten verwirrend. Die Berliner Bürger und verschiedene Politiker haben ihre Bedenken zu dem Gesetz und seinen Auswirkungen bereits geäußert – verschiedene unabhängige Experten, wie das GEWOS Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung, haben bestätigt, dass weder Airbnb noch die Airbnb Gastgeber der Grund für den angespannten Wohnungsmarkt sind.

Wir sind fest davon überzeugt, dass den Berliner Bürgern auch künftig etwas von den Besuchern ihrer Stadt zugute kommen sollte und werden weiterhin die Berliner Entscheidungsträger dazu ermutigen, dem Beispiel internationaler Metropolen zu folgen, und fortschrittliche und faire Regeln einzuführen, die das Home-Sharing fördern – für das Wohl aller in Berlin.