GEWOS-Studie: Airbnb hat keinen signifikanten Einfluss auf den Berliner Wohnungsmarkt

Das Vermieten von Wohnraum über Airbnb führt zu keiner signifikanten Beeinträchtigung der Wohnungsversorgung Berlins. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die das Beratungs- und Forschungsinstitut GEWOS im Auftrag von Airbnb, dem weltweit führenden digitalen Marktplatz für private Unterkünfte, durchgeführt hat.

  • Airbnb-Inserate machen 0,6 Prozent des Berliner Wohnungsbestandes aus
  • Mehrheit der Angebote im 1. Halbjahr 2016 weniger als 30 Tage vermietet
  • Anbieter in der Regel Privatpersonen, die eigenen Wohnraum vermieten
  • Home Sharing hilft Berlinern, steigende Lebenshaltungskosten abzufedern
  • Wohnraumknappheit in Berlin durch Bevölkerungswachstum und Mangel an neuen Wohnungen getrieben

So machten Airbnb-Inserate im ersten Halbjahr 2016 0,6 Prozent des Berliner Wohnungsbestandes bzw. 11.751 von etwas mehr als 1,9 Millionen Wohnungen aus. Die Mehrheit dieser Angebote, 63 Prozent, wurde an weniger als 30 Tagen vermietet. 20 Prozent wurden an mehr als 60 Tagen vermietet. Insgesamt, so das Fazit der Studie, sind die Anbieter zum weitaus überwiegenden Teil keine professionellen Vermieter. Vielmehr sind es in der Regel Privatpersonen, die ihre Wohnung oder Zimmer zeitweise Gästen überlassen.

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Darüber hinaus zeigt die Studie, durch welche Faktoren der Berliner Wohnungsmarkt beeinflusst wird:

  • Wachsende Bevölkerung: Die wirtschaftliche Entwicklung Berlins hat zu einer steigenden Nachfrage nach Arbeitskräften geführt. Allein 2015 stieg die Einwohnerzahl Berlins um 45.000 Personen, mehr als die benachbarte Kreisstadt Oranienburg an Einwohnern zählt.
  • Zu wenig Wohnungsneubau: Auch wenn die Bautätigkeit 2016 angezogen hat, werden zu wenig neue Wohnungen gebaut. In Berlin müssten zusätzliche 26.000 Wohnungen gebaut werden, um allein das Bevölkerungswachstum 2015 zu kompensieren.
  • Steigende Mieten: Das ursprünglich niedrige Mietpreisniveau ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Dieser Trend konnte durch die Einführung der Mietpreisbremse nicht aufgehalten werden. In den letzten 12 Monaten ist der Preis für neu vermietete Wohnungen in Berlin im Schnitt um 6,6 Prozent gestiegen.
  • Steigende Immobilienpreise: Die Preise für Eigentumswohnungen sind im vergangenen Jahr um 8 Prozent gestiegen – ein stärkerer Zuwachs als bei den Mietpreisen. Diese Entwicklung ist auf die zuvor günstigen Immobilienpreise und gegenwärtig niedrige Zinsen zurückzuführen.

In einer Zeit steigender Mieten und Immobilienpreise bietet Airbnb vielen Berlinerinnen und Berlinern die Möglichkeit, ihre Einnahmen aufzubessern und ihre Mieten zahlen zu können. Der typische Airbnb-Gastgeber hat 2015 insgesamt 1.800 Euro eingenommen. Ein Drittel der Gastgeber bestätigte, dass sie auf dieses zusätzliche Einkommen angewiesen sind. Home Sharing trägt damit dazu bei, der Gentrifizierung entgegenzuwirken.

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Daniel Hofmann, Leiter GEWOS Büro Berlin:

Airbnb hat keinen signifikanten Einfluss auf den Berliner Wohnungsmarkt. Die Daten zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Berliner ihr eigenes Zuhause vermietet, um ihr Einkommen aufzubessern und steigende Mieten und Lebenshaltungskosten abzufedern. Die Wohnraumknappheit geht vor allem auf ein starkes Bevölkerungswachstum und zu wenig Bautätigkeit zurück. Um mit dem Bevölkerungswachstum der Stadt Schritt zu halten, müsste die Zahl der neugebauten Wohnungen in Berlin verdreifacht werden.

Alexander Schwarz, Airbnb General Manager Deutschland/Österreich/Schweiz:

Home Sharing, das temporäre Vermieten der eigenen Wohnung, entzieht dem Berliner Wohnungsmarkt keinen Wohnraum. Airbnb möchte gemeinsam mit den politischen Entscheidungsträgern in Berlin an zeitgemäßen, verantwortungsvollen und klaren gesetzlichen Regelungen arbeiten, die Home Sharing auf eine rechtssichere Basis stellen. Gleichzeitig muss diese private Aktivität von in Berlin unerwünschten professionellen Ferienwohnungsangeboten abgegrenzt werden.

Hier findest du die Zusammenfassung der GEWOS Studie zum Berliner Wohnungsmarkt und hier die gesamte Studie.

 

 

*Korrigierte Version vom 4. November 2016