Home Sharing in Berlin

Vor zwei Jahren hat die Stadt Berlin das komplizierte und verwirrende Zweckentfremdungsverbots-Gesetz eingeführt. Seitdem versuchen wir mit Nachdruck, Klarheit über die Bedeutung des Gesetzes für Home Sharer vom Berliner Senat zu erhalten. Nach dem Gesetz können viele Airbnb-Gastgeber auch weiterhin ihre Unterkunft anbieten, jedoch haben die Aussagen des Berliner Senats in den letzten Wochen zur Anwendung des Gesetzes für noch weitere Unklarheiten gesorgt.

In den vergangen Wochen haben verschiedene, offizielle Entscheidungsträger der Stadt Berlin eine Reihe von widersprüchlichen und verwirrenden Aussagen getroffen, unter anderem dass Berliner:

  • freien Platz in ihrem Zuhause teilen können, sofern sie dies unentgeltlich machen
  • ein Zimmer in ihrer Wohnung teilen können
  • bis zu 50 Prozent ihres Zuhauses mit Gästen teilen dürfen
  • ihre Wohnung teilen dürfen, sofern sie dem Wohnungsmarkt keinen Wohnraum entziehen.

Wir haben schon mehrfach unsere Bedenken zu den negativen Auswirkungen dieser unklaren Regulierung für Berlin und die vielen tausend Berliner geäußert, die ihr eigenes Zuhause teilen, um ihre laufenden Kosten decken zu können. Und wir sind damit nicht allein: Zahlreiche unabhängige Experten und Gutacher, Politiker und viele Berliner Bürger haben auch ihre Bedenken gegenüber dem konfusen Gesetz deutlich gemacht:

  • Der ehemalige Präsident des Verfassungsgerichtshofes des Landes Berlin bezeichnet das Zweckentfremdungsverbot als verfassungswidrig, unangemessen und hält es für die Erreichung von dessen Zweck für nicht geeignet. Mehr dazu hier.
  • Die FDP Berlin hat den Senat dazu aufgerufen das Zweckentfremdungsverbots-Gesetz wieder abzuschaffen. Es sei unzumutbar, unsinnig und unverhältnismäßig und würde dem Wohnungsmarkt kaum mehr Wohnraum zur Verfügung stellen. Die Berliner FDP setzt sich dafür ein, dass das private Home Sharing, also das zeitweise Vermieten von selbst bewohntem Wohnraum, weiterhin möglich ist. Mehr dazu hier.
  • Unabgängige Wohnungsmarkt-Experten von GEWOS haben festgestellt: “Der geringe Prozentsatz der Berliner Wohnungen, die auf Airbnb inseriert sind, ist viel zu klein, um einen signifikanten Einfluss auf die Verfügbarkeit von Wohnraum in Berlin zu haben. Der angespannte Wohnungsmarkt ist ein komplexes Problem, das von hohem Zuzug und zu geringem Wohnungsneubau geprägt ist – nicht von Berlinern, die ihr Zuhause auf Airbnb anbieten.” Mehr dazu hier.

Wir möchten auch weiterhin mit den Berliner Entscheidungsträgern zusammen arbeiten und sie auffordern, klare, einfache und vor allem faire Regelungen zu schaffen, die es den Berlinern möglich machen ihr eigenes Zuhause, in dem sie leben, – sei es ein freies Zimmer oder ihre ganze Wohnung, wenn sie gerade nicht zuhause sind – mit Gästen zu teilen. Beides hilft dabei, den Wohnraum effizient zu nutzen und fördert wirtschaftliche Möglichkeiten für die Anwohner und ihre Nachbarschaften.

Um dieses Ziel zu erreichen haben wir kürzlich neue Daten zu unserer Community in Berlin an den Berliner Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel geschickt – sie sollen ihm dabei helfen, die positiven Effekte des Home Sharings besser zu verstehen. Die Daten zeigen, dass Airbnb-Gastgeber ganz normale Bürger sind, die gelegentlich ihr eigenes Zuhause mit Gästen teilen, um ihre laufenden Rechnungen und ihre Miete bezahlen zu können:

  • Der typische Gastgeber verdient zusätzliche 1.800 Euro im Jahr damit, seinen privaten Wohnraum, sei es ein freies Zimmer, oder die ganze Wohnung, wenn er nicht zuhause ist für 34 Nächte zu teilen.
  • Das Einkommen von 56 Prozent der Airbnb-Gastgeber in Berlin liegt unterhalb des Berliner mittleren Haushaltseinkommens.
  • Fast drei Viertel aller Unterkünfte auf Airbnb in Berlin werden für weniger als insgesamt 90 Tage vermietet.
  • Fast drei Viertel der Airbnb-Gastgeber in Berlin teilen ihren Erstwohnsitz.
  • Gastgeber geben knapp die Hälfte der zusätzlichen Einnahmen aus dem Teilen ihrer Unterkunft für reguläre Haushaltskosten aus.

Während die neuen Regelungen verwirrend sind, ist eines klar: Airbnb ist gut für Berlin. Die Gastgeber sind Berliner Bürger, die ihr eigenes Zuhause gelegentlich teilen, weil es ihnen hilft, ihre Rechnungen zu begleichen, ihre Wohnung zu halten und in der Stadt wohnen zu bleiben, die sie lieben. Diese Gastgeber präsentieren ihr Berlin von der besten Seite und ziehen neue Besucher an, die die Stadt wie echte Berliner erleben möchten – in Wohnungen von Berlinern und jenseits der Touristen-Hotspots. Viele der Berliner Gastgeber sind auf das kleine, zusätzliche Einkommen angewiesen, um in Ihren Wohnungen bleiben zu können.

Wir möchten weiter mit den Entscheidungsträgern an klaren und einfachen Regeln zugunsten der Berliner, die ihr eigenes Zuhause mit Gästen teilen, arbeiten und so auch den Wohnungsbestand der Stadt schützen. Viele europäische Hauptstädte, wie London und Amsterdam haben bereits klare und faire Regeln für das Home Sharing eingeführt und wir möchten auch in Berlin gemeinsam an ähnlichen Lösungen arbeiten.